Wie schon mit der Teilnahme am Girls' Day möchte das IHK-Bildungshaus mit dieser Veranstaltung bei den Jugendlichen die Lust auf Technik wecken. Insbesondere die Mädchen sollen als weiblicher Nachwuchs für technische Berufe gewonnen werden.
Viele Jugendliche und vor allem Mädchen und junge Frauen haben ein sehr eingeschränktes Berufswahlspektrum und wissen immer noch wenig über typische Tätigkeiten und Materialien in technischen Berufen. Dies wird spätestens bei der Berufswahl deutlich. Der eine merkt plötzlich enttäuscht, dass er sich unter seinem Traumberuf etwas ganz anderes vorgestellt hatte,...die andere wählt automatisch einen frauentypischen Beruf wie bspw. Friseur oder Verkäuferin und schöpft so ihre beruflichen Möglichkeiten gar nicht erst voll aus.
Der Praxisparcours macht Technik- und Elektroberufe für die Jugendlichen erlebbar und begreifbar. An verschiedenen Stationen können sie herausfinden, wo ihre Begabungen stecken und ihre Interessen liegen. Gleichzeitig bekommen sie eine erste Vorstellung davon, was sie in den jeweiligen Berufen später erwarten würde. Diese Erfahrungen sollen ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnen und ihnen helfen, den für sie passenden Beruf zu finden. Zugleich sollen die Jugendlichen darin bestärkt werden, in ihrer Berufswahl ihren Interessen und Neigungen zu folgen.
So möchte die Veranstaltung "Lust auf Neues? - Lust auf Technik!" den Jugendlichen zu den Voraussetzungen für ein erfülltes Berufsleben verhelfen. Ferner möchte das IHK-Bildungshaus mit dieser Aktion dazu beitragen, den in den technischen und techniknahen Bereichen händeringend gesuchten qualifizierten Nachwuchs zu mobilisieren.
Der Praxisparcours den die Jugendlichen durchlaufen, hat es in sich! Üblicherweise besteht der Praxisparcours aus 20 Stationen aus etwa 40 Berufen, an denen die Jugendlichen - nach Mädchen und Jungen getrennt - verschiedenste Aufgaben bewältigen müssen: z.B. muss aus einer sieben Zentimeter langen Holzleiste ein Schlüsselanhänger entstehen, aus einem 33 Zentimeter langen Draht muss mit einer Zange eine Blume mit zehn Zacken gebogen werden, nur mit Blick auf den Spiegel muss ein Kurs gezeichnet werden.
Jede Aufgabe wird mit mehreren Übungsplätzen angeboten, so dass alle Teilnehmenden gleichzeitig beschäftigt sind. Test- und Übungsaufgaben sowie Materialien und Werkzeuge werden von der eva zur Verfügung gestellt. Aufgrund von vorgegebenen Punkten bewerten die Jugendlichen eigenverantwortlich ihre Fähigkeiten und Interessen.
Im IHK-Bildungshaus wird dieser Parcours noch durch einen zweiten interessanten Part ergänzt, der sich ganz in den Lehrwerkstätten des Bildungshauses abspielt. Dabei lernen die Jugendlichen an drei Stationen die Bereiche Elektrotechnik und Metalltechnik kennen. Die Konstruktion eines Lügendetektors stellt das elektrotechnische Verständnis der Jugendlichen auf die Probe. Im Bereich der CNC-Technik muss mit Hilfe der maschinellen, spanenden Formgebung ein kleiner Bilderrahmen aus Metall hergestellt werden. Das manuelle Spanen verbunden mit der Umformtechnik wird beim Bau eines Kerzenständers erprobt.
Nach Abschluss des Parcours werden Mädchen, die eine besondere Begabung und Neigung für technische Berufe zeigen, eingeladen, an einem speziellen Behauptungs- und Bewerbungstraining teilzunehmen.
Das Projekt wird von der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg realisiert und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg, gefördert.
Ansprechpartnerin für interessierte Schulen, Bildungszentren der Kammern und alle, die weitere Informationen zum Projekt „PraxisParcours“ wünschen, ist Maria Süßen-guth, Evangelische Gesellschaft Stuttgart, Tel.: 0711/2054-230, E-Mail: maria.suessenguth@eva-stuttgart.de.
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